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Mendelssohns Paulus

Im Alter von 14 Jahren erhielt Felix Mendelssohn Bartholdy, der bereits als Elfjähriger zu komponieren begonnen hatte, von seiner Großmutter ein ungewöhnliches Geschenk: eine handschriftliche Partitur. Es handelte sich um die Abschrift der Matthäus-Passion eines damals kaum bekannten Komponisten: Johann Sebastian Bach.

Das Werk scheint ihn beeindruckt zu haben: Wenige Jahre später setzt der junge Mendelssohn durch, dass die Berliner Sing-Akademie, der er angehört, diese Matthäus-Passion zur Aufführung bringt. Am 11. März
1829 dirigert der 20jährige Mendelssohn im Haus der Sing-Akademie, dem heutigen Gorki-Theater, die erste Aufführung der Matthäus-Passion nach Bachs Tod. Im gleichen Jahr folgt noch eine Aufführung des Frankfurter Cäcilien-Chores. (Man nahm damals an, die Uraufführung durch Bach sei 1729 gewesen und musizierte anlässlich des 100jährigen. Heute geht man von der ersten Aufführung 1727 aus.)

Als 1831 besagter Frankfurter Cäcilien-Verein Mendelssohn den Kompositionsauftrag für ein Oratorium erteilte, werden wohl beide Seiten die erst zwei Jahre zurückliegende Aufführung der Matthäus-Passion als Vorbild im Kopf gehabt haben. Mendelssohn erbat von seinem Librettisten denn auch eine Textvorlage "ganz in der Art der Bachschen Passion" (Brief an Julius Schubring vom 22. Dezember 1832).

Das 1836 vollendete Oratorium, das binnen anderthalb Jahren nach der Uraufführung beeindruckende 50 Aufführungen vorweisen konnte, ist denn auch in vielerlei Hinsicht eine Fortsetzung der Matthäus-Passion. Textlich schließt es fast nahtlos an die Passionsgeschichte an; berichtet von Stephanus, dem ersten Märtyrer nach Jesu Tod und Auferstehung, von Paulus' Bekehrung in Damaskus und seinen Gemeindegründungen, von Paulus' Tod.

Musikalisch nimmt Mendelssohn viele Eigenheiten Bachs auf: auch er bezieht bekannte Choräle in sein Werk ein, verwendet einen Evangelisten, der weite Teile des biblischen Textes vorträgt, lässt den Chor als Volksmenge auftreten und in großen Eingangs- und Schlusschören das Geschehen kommentieren.
Mendelssohns erstes großes Oratorium steht heute meist im Schatten seines zweiten Oratoriums, des Elias. Völlig zu Unrecht! Am 3. Juni um 19 Uhr können Sie sich in unserer Zwölf-Apostel-Kirche selbst davon überzeugen. Der Zwölf-Apostel-Chor wird dieses umfangreiche und anspruchsvolle Werk gemeinsam mit sinfonischem Orchester und Solisten präsentieren. Am 2. Juni um 17 Uhr können Kinder von 6 bis 12 Jahren ausgewählte Teile des Oratoriums in einem Kinderkonzert erleben. Zur Werkeinführung laden wir Sie am 31. Mai um 20 Uhr in den Kleinen Saal ein.

Wir freuen uns sehr, wenn Sie uns mit einer Spende für die Kirchenmusik unterstützen, die hohen Kosten dieser Aufführung zu tragen! Herzlichen Dank!

Angebote und Veranstaltungen 2018

Auch in diesem Jahr haben wir für Sie wieder eine Vielzahl kirchenmusikalischer Veranstaltungen im Norden Schönebergs vorbereitet. Höhepunkt des Jahres ist sicherlich die Aufführung des »Paulus« am 3. Juni - Mendelssohns erstes großes Oratorium. Schauen Sie rein - von Subito!-Projekten zum Mitsingen über Konzerte bis hin zu musikalisch gestalteten Gottesdiensten.

Herzliche Einladung! Bis bald!